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Immobilienpreise 2026: Wie entwickelt sich der Markt?

Lena HoffmannAutor: Lena Hoffmann
Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026
Lesedauer: 5 Minuten
Eine Person, am Schreibtisch mit Laptop im Homeoffice

Der Immobilienmarkt hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Achterbahn durchlaufen: Rekordpreise bis 2022, eine spürbare Abkühlung danach und nun eine erneute Aufwärtsbewegung. Wenn Sie jetzt kaufen, verkaufen oder einfach einordnen möchten, wie sich Ihre Immobilie wertmäßig entwickelt, brauchen Sie keine Spekulation, sondern eine nüchterne Einschätzung der Datenlage. Genau das liefert dieser Artikel zur Immobilienpreise Entwicklung 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Immobilienpreise steigen 2026 voraussichtlich moderat, ein flächendeckender Crash bleibt nach aktueller Einschätzung unwahrscheinlich.
  • Das strukturelle Angebotsdefizit stützt die Preise langfristig.
  • Regionale Unterschiede sind größer als bundesweite Durchschnittswerte vermuten lassen.
  • Energieeffizienz und Lage entscheiden zunehmend über Wert und Verkaufbarkeit.

Wie haben sich die Immobilienpreise zuletzt entwickelt?

Nach Jahren des Booms kam 2022 die Wende: Die Europäische Zentralbank hob den Leitzins an, die Bauzinsen stiegen rapide und viele Käufer konnten sich Immobilien schlicht nicht mehr leisten. Bestandsimmobilien verloren 2023 und 2024 deutlich an Wert. Im Jahresdurchschnitt 2024 lagen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau (Destatis, 2025).

Seit Ende 2024 hat sich das Bild gedreht. Die EZB begann im Juni 2024 mit Zinssenkungen; zugleich zog die Nachfrage wieder an. In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal durchschnittlich um 4,6 Prozent (vdp, 2025). Im ersten Quartal 2025 lag der bundesweite Anstieg der Wohnimmobilienpreise je nach Index bei rund 3,6 bis 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Destatis, 2025; vdp, 2025).

Der Boom der Jahre bis 2022 spiegelt sich auch im empirica-Immobilienpreisindex wider. Der Index verwendet allerdings das erste Quartal 2004 als Basis mit 100 Punkten; die im Ausgangstext genannte Vergleichsbasis 2005 ist daher nicht direkt mit der veröffentlichten Indexreihe vereinbar (empirica, 2022). Die starke Korrekturphase danach hat den langfristigen Preisanstieg nicht vollständig rückgängig gemacht, sondern lediglich teilweise korrigiert.

Immobilienpreise Prognose: Was gilt für 2026?

Für die Immobilienpreise Entwicklung 2026 erwarten Marktbeobachter keine dramatischen Ausschläge nach oben oder unten, sondern im bundesweiten Durchschnitt einen moderaten Anstieg. Aktuelle Prognosen liegen je nach Quelle und Zeitpunkt ungefähr zwischen zwei und vier Prozent; diese Einschätzungen sind keine Garantie und können sich durch Zinsen, Inflation, Konjunktur und regionale Entwicklungen verändern (Finanztip, 2026).

Bauzinsen lagen im September 2026 für zehnjährige Finanzierungen vielfach bei etwa 4,1 bis 4,4 Prozent. Damit liegen sie deutlich über dem Niveau der Nullzinsjahre und über den im Ausgangstext genannten Werten von 3,12 bis 3,72 Prozent (Tagesschau, 2026; Interhyp, 2026).

Wenn Sie jetzt finanzieren, zahlen Sie mehr als noch 2021. Die Finanzierung bleibt jedoch grundsätzlich möglich, sofern Darlehenshöhe, Eigenkapital, Einkommen und Objektwert zusammenpassen.

Entscheidend ist: Ein flächendeckender Preisrückgang erscheint nach aktueller Einschätzung unwahrscheinlich. Dafür sind die Nachfrage in vielen Ballungsräumen und das weiterhin begrenzte Angebot zu stark. Gleichzeitig ist Vorsicht angebracht: Wenn Sie auf stark fallende Preise spekulieren, riskieren Sie, bei einer weiteren Aufwärtsbewegung den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.

Das Angebotsdefizit als wichtigster Preistreiber

Ein wesentlicher Grund dafür, dass die Preise trotz gestiegener Zinsen nicht stärker gefallen sind, liegt auf der Angebotsseite. Zwar gingen die Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27,2 Prozent zurück. Im ersten Halbjahr 2025 stiegen sie dagegen wieder; für das Gesamtjahr 2025 meldete das Statistische Bundesamt 238.500 genehmigte Wohnungen, 10,8 Prozent mehr als 2024 (Destatis, 2026).

Das politisch formulierte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde auch 2025 nicht erreicht. Genehmigungen sind zudem nicht mit fertiggestellten Wohnungen gleichzusetzen: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung können mehrere Jahre liegen. Die Angebotslücke bleibt deshalb trotz der Erholung bei den Genehmigungen bestehen, besonders in wachsenden Städten und Ballungsräumen.

Hinzu kommt die demografische Komponente: Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt vor allem in Großstädten strukturell hoch, getragen von Zuzug, Haushaltsgründungen und veränderten Wohnvorstellungen. Dieses Angebotsdefizit ist kein kurzfristiges Problem, sondern das Ergebnis jahrelanger Unterinvestition und einer weiterhin niedrigen Neubautätigkeit.

Wo steigen die Preise, wo stagnieren sie?

Den deutschen Immobilienmarkt gibt es nicht — es gibt viele. Die Unterschiede zwischen Regionen sind teils erheblich, und bundesweite Durchschnittswerte verschleiern mehr, als sie erklären.

In Metropolen wie München, Berlin, Hamburg und Frankfurt bleibt die Nachfrage robust. Im zweiten Quartal 2025 lagen die durchschnittlichen Preise für Bestandswohnungen bei etwa 8.706 Euro pro Quadratmeter in München, 4.737 Euro in Berlin und 5.261 Euro in Frankfurt. Die Werte hängen stark von Baujahr, Lage, Wohnfläche und Zustand ab (ImmoScout24, 2025).

Ländliche Regionen und strukturschwache Kleinstädte zeigen ein anderes Bild: In einzelnen ländlichen Regionen Ostdeutschlands und westdeutschen Transformationsräumen wurden Leerstandsquoten von über acht Prozent ausgewiesen. Preisrückgänge sind dort möglich, aber nicht pauschal für alle ländlichen Regionen ableitbar (CBRE, 2026).

Wenn Sie in solchen Lagen kaufen oder verkaufen, sollten Sie die lokalen Verhältnisse genau prüfen und sich nicht auf bundesweite Trends verlassen.

Praxis-Tipp
  • Vergleichen Sie nicht nur Städte, sondern Stadtteile und sogar Straßenzüge.
  • Lassen Sie den Wert einer Immobilie im Zweifel von einem unabhängigen Gutachter einschätzen.
  • Fragen Sie gezielt nach lokalen Leerstandsquoten und geplanten Infrastrukturprojekten.
  • Nutzen Sie öffentlich zugängliche Daten der lokalen Gutachterausschüsse als Orientierung.

Worauf kommt es beim Kauf im Immobilienmarkt 2026 wirklich an?

Ob ein Kauf 2026 sinnvoll ist, hängt weniger vom Marktmoment ab als von Ihrer persönlichen Situation und der Qualität des Objekts. Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle.

Energieeffizienz: Immobilien mit schlechter Energiebilanz werden zunehmend kritischer bewertet. Sie sind schwerer zu verkaufen, verursachen höhere laufende Kosten und können erhebliche Sanierungskosten nach sich ziehen. Prüfen Sie den Energieausweis und kalkulieren Sie Modernisierungskosten realistisch ein, bevor Sie ein Angebot machen.

Finanzierung: Die monatliche Belastung ist gestiegen. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro kann die monatliche Rate je nach Zinsniveau und Laufzeit erheblich variieren. Banken prüfen Einkommen, Eigenkapital, Objektwert und Tragfähigkeit der Finanzierung sorgfältig.

Vergleichen Sie mehrere Angebote und planen Sie einen ausreichenden Puffer ein.

Nebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklergebühren können je nach Bundesland und Vertragsgestaltung zusammen ungefähr zehn bis 13 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Diese Kosten fallen überwiegend einmalig an und müssen häufig aus Eigenmitteln bezahlt werden (Verbraucherzentrale, 2025; Finanztip, 2024).

KostenpunktUngefähre Höhe
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % (je nach Bundesland)
Notar- und Grundbuchkostenca. 1,5–2 %
Maklerprovision (falls anfallend)bis zu 3,57 % je Partei
Gesamte Nebenkostenca. 10–13 % des Kaufpreises

Fazit

Der Immobilienmarkt 2026 bewegt sich in einem stabilen, aber anspruchsvolleren Fahrwasser. Die Preise dürften im bundesweiten Durchschnitt moderat steigen, ein Crash ist nach aktueller Datenlage unwahrscheinlich, aber auch ein neuer Boom zeichnet sich nicht ab. Das strukturelle Angebotsdefizit und die weiterhin niedrige Zahl fertiggestellter Wohnungen stützen die Immobilienpreise Entwicklung 2026 langfristig, besonders in gefragten Lagen.

Wenn Sie kaufen möchten, sollten Sie weniger auf den richtigen Marktzeitpunkt warten als auf die richtige Immobilie und eine solide Finanzierung. Der nächste sinnvolle Schritt: Prüfen Sie Ihre persönliche Finanzierungsgrundlage, lassen Sie das Objekt von einem unabhängigen Gutachter bewerten und vergleichen Sie mehrere Finanzierungsangebote.

Häufige Fragen

Werden die Immobilienpreise 2026 fallen?

Ein flächendeckender Preisrückgang gilt nach aktueller Einschätzung als unwahrscheinlich. Das strukturelle Angebotsdefizit, die weiterhin begrenzte Neubautätigkeit und die anhaltende Nachfrage in Ballungsräumen stützen die Preise. In einzelnen ländlichen Regionen oder strukturschwachen Lagen können lokale Korrekturen aber durchaus möglich sein. Pauschale Garantien gibt es in keine Richtung.

Lohnt es sich 2026, eine Immobilie zu kaufen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil es stark von Ihrer persönlichen Situation abhängt: Wie stabil ist Ihr Einkommen? Wie hoch ist Ihr Eigenkapital? Passt die Immobilie langfristig zu Ihren Lebensumständen? Wenn Finanzierung, Lage und Objektqualität stimmen, kann ein Kauf 2026 sinnvoll sein — auch ohne auf weiter fallende Preise zu warten.

Welche Regionen entwickeln sich im Immobilienmarkt 2026 besonders gut?

Metropolregionen wie München, Berlin, Hamburg und Frankfurt zeigen weiterhin stabile bis leicht steigende Preise. In Universitätsstädten und wirtschaftsstarken Mittelzentren ist die Nachfrage ebenfalls solide. Ländliche Regionen und strukturschwache Kleinstädte weisen dagegen teils sinkende Preise und höhere Leerstandsquoten auf.

Wie stark beeinflussen die Zinsen die Immobilienpreise 2026?

Bauzinsen für zehnjährige Finanzierungen lagen im September 2026 vielfach bei etwa 4,1 bis 4,4 Prozent. Das schränkt die Finanzierbarkeit für viele Haushalte ein und dämpft den Preisanstieg. Sollte die EZB die Zinsen wieder senken, könnte die Nachfrage zusätzlich steigen und den Preisdruck erhöhen. Das Zinsniveau bleibt damit einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Immobilienpreise Prognose für 2026.

Warum steigen die Preise trotz Zinswende nicht mehr?

Das liegt vor allem an der Kombination aus begrenztem Angebot und hoher Nachfrage in wirtschaftsstarken Regionen. Die Baugenehmigungen gingen 2025 nicht weiter zurück, sondern stiegen gegenüber dem Vorjahr; gleichzeitig blieb die Zahl der fertiggestellten Wohnungen niedrig. Die Angebotsknappheit verhindert deshalb, dass höhere Zinsen die Preise überall stärker nach unten drücken. Nachfrage und Angebot bleiben regional unausgewogen.

Lena Hoffmann

Lena Hoffmann

Lena Hoffmann beschäftigt sich mit Themen rund um Wohnen, Immobilien und Wohntrends. In ihren Beiträgen legt sie Wert auf verständliche Informationen, praktische Tipps und eine klare Orientierung für Leserinnen und Leser.