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Mieten oder kaufen 2026: Was lohnt sich für Sie?

Caroline RengerAutor: Caroline Renger
Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026
Lesedauer: 6 Minuten
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Sie überlegen, ob Sie weiter zur Miete wohnen oder in eine eigene Immobilie investieren sollen, aber die Antwort auf die Frage mieten oder kaufen 2026 hängt von mehr ab als nur den aktuellen Zinsen. Kaufpreise, Mietentwicklung, Eigenkapital und Ihr persönlicher Lebensplan spielen alle eine Rolle. Dieser Artikel stellt beide Optionen fair gegenüber, mit einem konkreten Rechenbeispiel und klaren Orientierungshilfen für Ihre Entscheidung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mieten ist 2026 in den meisten Regionen kurzfristig günstiger als Kaufen.
  • Kaufen lohnt sich eher bei langem Zeithorizont, solidem Eigenkapital und stabiler Lebenssituation.
  • Der Mietmarkt ist knapper denn je, Angebotsmieten steigen deutlich stärker als die Inflation.
  • Wenn Sie weniger als 10 Jahre planen zu wohnen, fahren Sie mit Mieten in der Regel besser.

Wie sieht der Markt 2026 tatsächlich aus?

Kaufen und Mieten haben sich seit 2022 in zwei entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Auf dem Kaufmarkt gibt es heute deutlich mehr Angebote als noch vor drei Jahren, was Käufer in eine bessere Verhandlungsposition bringt. Auf dem Mietmarkt dagegen ist das Angebot knapper geworden, und die Preise steigen spürbar.

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) wurden bundesweit im zweiten Quartal 2026 knapp 12 Prozent weniger Mietwohnungen inseriert als im ersten Quartal 2022. In einzelnen Großstädten ist der Rückgang noch deutlicher: Hamburg verzeichnete minus 57 Prozent bei den Mietinseraten, Frankfurt am Main minus 43 Prozent und Leipzig minus 40 Prozent (IW, 2026).

Gleichzeitig sind die Angebotsmieten bundesweit um rund 4 Prozent gestiegen, also deutlich über der Inflationsrate von 2,6 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg in Köln mit plus 7,9 Prozent, Hamburg mit plus 5,5 Prozent und Leipzig mit plus 5,4 Prozent aus (IW, 2026).

Auf der Kaufseite dagegen stagnierten die Preise weitgehend. Das IW verzeichnete im zweiten Quartal 2026 bei Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern einen Anstieg von jeweils 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gleichzeitig stehen bundesweit bei Eigentumswohnungen nahezu doppelt so viele Inserate online wie im ersten Quartal 2022, bei Ein- und Zweifamilienhäusern rund 140 Prozent mehr (IW, 2026).

Der Grund ist nicht mehr Neubau, sondern weniger Nachfrage aufgrund gestiegener Finanzierungskosten. Die längeren Vermarktungszeiten führen dazu, dass Objekte häufiger in Immobilienportalen erscheinen und dort länger bleiben (IW, 2026).

Monatliche Mietkosten vs. Kaufkosten im direkten Vergleich

Ein direkter Kostenvergleich zeigt rasch, wo die Unterschiede zwischen Miete vs. Kauf liegen. Nehmen wir eine 90-Quadratmeter-Wohnung in einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Leipzig oder Bremen.

Beim Kauf: Bei einem Kaufpreis von rund 380.000 Euro, 60.000 Euro Eigenkapital, einem Zinssatz von 3,6 Prozent und 2,5 Prozent Tilgung ergibt sich eine monatliche Kreditrate von etwa 1.650 Euro. Dazu kommen Instandhaltungsrücklagen von etwa 150 Euro monatlich sowie weitere laufende Betriebskosten, sodass die Gesamtbelastung schnell bei über 1.800 Euro liegt.

Beim Mieten: Bei 11,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen Sie für dieselbe Wohnung rund 1.035 Euro Kaltmiete. Zuzüglich Nebenkosten von etwa 300 Euro kommen Sie auf rund 1.335 Euro monatlich.

Die Differenz beträgt in diesem Beispiel etwa 465 Euro pro Monat zugunsten der Miete. Das klingt zunächst eindeutig. Aber: Mit jeder Kreditrate tilgen Sie einen Teil des Darlehens und bauen damit Vermögen auf. Mietkosten hingegen fließen vollständig an den Vermieter.

In Metropolen wie München oder Berlin sieht die Rechnung noch deutlicher aus. Dort können Kaufpreise bei etwa 650.000 Euro liegen und die monatliche Rate bei rund 2.800 Euro, während vergleichbare Mieten bei 1.800 bis 2.000 Euro liegen. Die tatsächliche Belastung hängt jedoch stark von Lage, Objekt, Eigenkapital, Zinssatz und Finanzierungsstruktur ab.

Wie viel verrät der Mietpreismultiplikator wirklich?

Der Mietpreismultiplikator ist eine schnelle Kennzahl, um einzuschätzen, ob ein Kaufpreis in einem bestimmten Markt noch angemessen ist. Sie berechnen ihn so: Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete eines vergleichbaren Objekts ergibt den Multiplikator.

Ein Multiplikator von 20 oder darunter gilt häufig als kaufpreisfreundlich. Ab einem Wert von 25 bis 30 wird Mieten wirtschaftlich interessanter, weil die Finanzierung über viele Jahre sehr teuer werden kann. Die Kennzahl ersetzt jedoch keine vollständige Kostenrechnung, da sie unter anderem Zinsen, Tilgung, Kaufnebenkosten, Instandhaltung und mögliche Wertveränderungen nicht vollständig abbildet.

Ein Rechenbeispiel: Kaufpreis 380.000 Euro, Monatskaltmiete 1.035 Euro, Jahreskaltmiete also 12.420 Euro. Der Multiplikator beträgt dann rund 30,6 und zeigt damit an, dass der Kauf in diesem Beispiel wirtschaftlich erst nach langer Zeit vorteilhaft werden kann.

Laut einer Colliers-Analyse mit Datenstand 31.12.2023 ist Mieten einer Wohnung in 365 von 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten günstiger als Kaufen. Das entspricht 91 Prozent aller untersuchten Regionen. Mieter einer 100-Quadratmeter-Wohnung sparen bundesweit im Schnitt rund 4.300 Euro pro Jahr gegenüber dem Kauf, in den sieben deutschen Metropolen sogar rund 7.100 Euro (Colliers, 2024).

Das ist eine Momentaufnahme. Zum 31.12.2021 war der Kauf einer Wohnung in 341 Landkreisen und kreisfreien Städten wirtschaftlich attraktiver als das Mieten. Das entsprach 85 Prozent der untersuchten Regionen. Käufer konnten damals im Durchschnitt rund 1.400 Euro pro Jahr gegenüber Mietern sparen (Colliers, 2024).

Ihre Checkliste: Wann lohnt sich Kaufen, wann Mieten?

Praxis-Tipp
  • Kaufen spricht für Sie, wenn Sie mindestens 25 bis 33 Prozent Eigenkapital mitbringen.
  • Kaufen spricht für Sie, wenn Sie die Immobilie langfristig, mindestens 10 Jahre, nutzen möchten.
  • Kaufen spricht für Sie, wenn Sie Instandhaltungskosten realistisch einplanen können. Für den Werterhalt der Bausubstanz nennt die Verbraucherzentrale als langfristige Orientierung rund 2 Prozent des Bausubstanzwerts pro Jahr; bei Neubauten kann der tatsächliche Bedarf anfangs niedriger liegen (Verbraucherzentrale, 2026).
  • Kaufen spricht für Sie, wenn Sie sich langfristig an einen Standort binden können und möchten.
  • Mieten spricht für Sie, wenn Sie beruflich oder privat flexibel bleiben müssen.
  • Mieten spricht für Sie, wenn der Mietpreismultiplikator in Ihrer Wunschlage über 25 liegt.
  • Mieten spricht für Sie, wenn Ihr Eigenkapital gering ist und eine vollständige Finanzierung nötig wäre.
  • Mieten spricht für Sie, wenn Sie weniger als 10 Jahre in der Immobilie wohnen wollen.

Was abseits der Zahlen zählt

Die monatliche Belastung ist nicht alles. Neben den Kosten spielen Lebenssituation, persönliche Werte und langfristige Pläne eine ebenso wichtige Rolle.

Als Eigentümer gestalten Sie Ihre vier Wände nach eigenen Vorstellungen, ohne auf Vermietervorgaben Rücksicht nehmen zu müssen. Eine abbezahlte Immobilie kann im Alter als solide Basis dienen, weil keine Mietzahlungen mehr anfallen. Außerdem schützt Wohneigentum vor dem Risiko einer Kündigung durch den Vermieter, etwa wegen Eigenbedarfs.

Mieten dagegen bietet echte Flexibilität. Sie können schnell reagieren, wenn sich Ihr Leben verändert, sei es durch einen neuen Job in einer anderen Stadt, eine wachsende Familie oder einen unerwarteten Einschnitt. Reparaturen und Instandhaltung liegen grundsätzlich beim Vermieter, soweit es nicht um Kleinreparaturen oder Schäden geht, die der Mieter selbst verursacht hat. Das kann Planbarkeit und Schutz vor hohen Einmalkosten bedeuten.

Laut einer Untersuchung des ifo Instituts erreicht die Mietbelastungsquote bei Neuvermietungen im unteren Einkommensquartil in deutschen Großstädten inzwischen fast 50 Prozent (ifo Institut, 2025). Das macht deutlich: Mieten ist zwar auf dem Papier oft günstiger als Kaufen, aber keineswegs problemlos, vor allem für Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Eines ist beim Blick auf beide Optionen klar: Die Entscheidung ist nicht allein eine Frage der Rendite, sondern auch eine des Lebensstils und der Zukunftsplanung.

Fazit

Beim Thema mieten oder kaufen 2026 gibt es keine universelle Antwort. Kurzfristig und rein monatlich ist Mieten in vielen deutschen Regionen aktuell günstiger, vor allem in Metropolen und bei geringem Eigenkapital. Kaufen hingegen kann sich lohnen, wenn Sie langfristig planen, ausreichend Eigenkapital mitbringen und die laufenden Kosten realistisch einkalkulieren.

Berechnen Sie für Ihre Wunschlage den Mietpreismultiplikator und stellen Sie Ihre persönliche Kostenrechnung auf. Beziehen Sie dabei Kaufnebenkosten, Instandhaltungsrücklagen, Nebenkosten und Ihre realistische Wohndauer mit ein. Im Zweifel lohnt sich ein Gespräch mit einer unabhängigen Finanzberatung, bevor Sie eine der größten finanziellen Entscheidungen Ihres Lebens treffen.

Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Immobilienkauf?

Eine feste gesetzliche Quote gibt es nicht. Banken erwarten häufig, dass zumindest die Kaufnebenkosten und ein Teil der Finanzierung aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Als Orientierung gelten häufig 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten; die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Banken oft rund 20 Prozent der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln sehen wollen (Verbraucherzentrale, 2026). Dazu sollten Sie die Kaufnebenkosten, also Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision, ebenfalls aus eigenen Mitteln begleichen können, ohne Ihre Liquiditätsreserve vollständig aufzubrauchen.

Ab wann lohnt sich ein Kauf gegenüber der Miete?

Eine verbreitete Faustformel: Liegt der Mietpreismultiplikator unter 20, ist der Kauf vergleichsweise günstig. Zudem gilt die Wohndauer als entscheidender Faktor. Planen Sie weniger als 10 Jahre, können Kaufnebenkosten und Finanzierungskosten den Vermögensaufbau durch Tilgung deutlich beeinträchtigen. Bei längerer Wohndauer kann sich das Verhältnis zugunsten des Kaufs verschieben; entscheidend bleibt eine individuelle Vergleichsrechnung.

Sind Mieten oder Kaufpreise gerade im Sinkflug?

Kaufpreise stagnierten zuletzt weitgehend. Laut IW stiegen die Preise für Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im zweiten Quartal 2026 jeweils um rund 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Angebot an Kaufobjekten ist merklich gestiegen, was Käufern mehr Auswahl und teilweise eine bessere Verhandlungsposition verschafft. Die Angebotsmieten hingegen steigen weiter deutlich, bundesweit um etwa 4 Prozent, in einigen Großstädten noch stärker (IW, 2026). Ein flächendeckender Rückgang der Angebotsmieten ist aus diesen Daten nicht abzuleiten.

Was bedeutet der Lock-in-Effekt beim Mieten?

Wenn Sie bereits zu einer günstigen Bestandsmiete wohnen, ziehen Sie möglicherweise seltener um, selbst wenn die Wohnung nicht mehr zur Lebenssituation passt. Eine neue Wohnung wäre mit deutlich höheren Angebotsmieten verbunden. Das ifo Institut beschreibt diesen Effekt als Folge der großen Differenz zwischen Bestands- und Angebotsmieten: Haushalte bleiben in günstigen Wohnungen, wodurch Umzüge blockiert, Wohnraum weniger effizient genutzt und die Arbeitsmobilität beeinträchtigt werden kann (ifo Institut, 2025).

Sollte ich kaufen, wenn eine Eigenbedarfskündigung droht?

Nicht automatisch. Eine drohende Kündigung erzeugt Druck, der zu voreiligen Kaufentscheidungen führen kann. Sinnvoller ist es, parallel zur weiteren Mietersuche den Markt zu beobachten, ohne sich unter Zeitdruck zu setzen. Eine knappe Finanzierung mit wenig Eigenkapital und hohen monatlichen Raten kann langfristig belastender sein als ein kurzfristiger Umzug in eine neue Mietwohnung.

Caroline Renger

Caroline Renger

Caroline Renger beschäftigt sich mit Themen rund um Wohnen, Immobilien und die Suche nach dem passenden Zuhause. In ihren Beiträgen bereitet sie Informationen verständlich, strukturiert und praxisnah auf.